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Geschichte
Wenn wir
uns die heutigen Bodenbeläge etwas näher betrachten, finden wir Produkte wie
PVC,
CV und Polyolefine. Modernste Technik und vor allem fortschrittliche Chemie ist
nötig um diese
Beläge herzustellen. Für die ersten Beläge war diese Voraussetzungen nicht
gegeben, hier musste
mit den verfügbaren, einfachen Rohstoffen und im wahrsten Sinne des Wortes
Handwerklich
gearbeitet werden.
Wie
heißt nun der älteste Bodenbelag?
Linoleum gibt es bereits seit fast 140 Jahren, genau seit 1861 und es wird heute
noch in fast unveränderter
Rezeptur produziert. Aber Linoleum ist nicht der erste Elastische Bodenbelag.
Die Produktion von
Bodenbelägen in unserem Sinne begann wesentlich früher.
Dazu müssen wir zurück gehen bis in das Jahr 1763 - 240 Jahre, als Nathan Smith
einen Bodenbelag
patentieren lies, den er "Floorcloth" ( Bodenkleider ) nannte, müssen wir uns
einmal vor Augen führen,
welche für uns heute selbstverständlichen Möglichkeiten es in dieser Zeit gab:
Die Dampfmaschine war noch nicht erfunden (1784) und mit Strom aus der Steckdose
war auch nicht zu rechnen.
Schlecht genug, dass es noch keine Steckdosen gab, - viel schlimmer ist, dass
die elektrische Stromversorgung
noch gar nicht Erfundenen war. Die Versorgung mit Strom sollte der Bevölkerung
erst rund 100 Jahre
später zur Verfügung stehen. Die erste Glühbirne wurde von Thomas Alva Edison im
Jahre 1870 erfunden.
Davor hatte man Gaslampen, Öllampen oder Kerzen.
Die
erste deutsche Eisenbahn fuhr am 5. Dezember 1835 mit einer Ladung Bier von
Nürnberg nach Fürth.
Die Produktion von damals war mit einer Industrie nicht zu vergleichen. Mit
primitivsten Mitteln und mit einfachsten
Werkzeugen aber mit ungemein viel Erfindungsgeist wurde der erste Bodenbelag
produziert. Das Rezept für diesen
Belag namens „Floorcloth“ war Harz, Teer (Teerpech), Bienenwachs, Leinöl und
so genanntes Spanisch Braun
Pigment, vergleichbar mit Kreide, in unterschiedlicher Menge als Füllstoff.
Nach dem Vermischen der Zutaten in einem Kessel wurde die Rohmasse über eine mit
Kohlefeuer beheizte und von
Hand bewegte Eisenwalze auf eine Unterlage aus Stoff gepresst - Man sieht:
Kalanderwalzen gab es schon damals,
und prinzipiell hat sich an der Produktion nicht sehr viel verändert.
Das fertige Material war uni oder wurde zur Dekoration bestempelt. Von diesem
Produkt kann gesagt werden, dass es
der erste elastische Bodenbelag war und er wurde produziert bis zum Beginn des
2. Weltkrieges, - also fast 200 Jahre.
Nun könnte man glauben, dass Linoleum der direkte Nachfolger dieses Belages war -
dem ist nicht so.
Als direkter Vorläufer von Linoleum war ein Belag der Kamptulicon genannt wurde.
Er wurde aus Naturgummi,
der verkochten Milch des Gummibaumes, hergestellt, und auf ein Trägermaterial
aufgebracht. Kamptulicon wurde
ab 1820 hergestellt.
Anfang
1839 wurde von Charles Goodyear der Vulkanisierungsprozess für Gummi erfunden.
Vulkanisieren heißt "dem
Feuer aussetzen". Praktisch bedeutet es das auch heute noch gebräuchliche Härten
von Gummi durch Erhitzung und der
Zugabe von Schwefel. Das hatte zur Folge, dass sich zum einen die
Nutzungseigenschaften um ein vielfaches verbesserten
und dass zum anderen durch die gestiegene Nachfrage große Mengen produziert
werden mussten. Diese Entwicklung
führte zu einer ernsten Rohstoffknappheit und damit zur extremen Verteuerung von
Gummi.
Der
Engländer Frederik Walton erkannte das Problem:
Hier musste eine ökonomische und langfristige Alternative gefunden werden.
Schon im antiken Rom wurden Öle - teils trocknende wie z.B. Leinöl, teils
Nichttrocknende z.B. Olivenöl zur Imprägnierung
von Holz und Leder eingesetzt.
Mit Leinöl bzw. Leinölfirnis wird schon über 800 Jahre gearbeitet und es ist
anzunehmen, dass Walton die Eigenschaften
des Leinöls (z.B. die Trocknung durch Luftsauerstoff) kannte. Er stellte viele
Versuche an. Er mischte Leinöl mit Kreide,
Holzmehl und Harz und bekam am Ende seiner Versuche das, was wir heute als
Linoleum kennen.
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Das Wort
Linoleum entstammt dem Lateinischen Linum d.h. Leinen und oleum, dem Wort für
Oel.
Am 27. Januar 1861 bekam Frederik Walton sein erstes Patent zur Herstellung
oxydierter Öle, insbesondere des Linoxyns.
Im Jahre 1863 bekam er unter der Nr. 3210/1863 das Patent für:
" Die Verbesserung der Herstellung von Wachstuch für Böden, von Überzügen und
ähnlichen Fabrikaten, sowie von
Fußbodenmaterial " und 1864 begann dann die industrielle Produktion von Linoleum
unter dem Namen Walton,
Taylor & CO in Staines, Middlesex, England.
1876
liefen seine Patente aus und es gab einige Firmen, die bereits Pläne gemacht
hatten, den Markt zu erobern.
Michael Barker Nairn aus Kirkaldy, England, begann schon 1877 in seiner
Wachstuchfabrik mit der Produktion von
Linoleum. Vorher hatte man dort fast 30 Jahre lang floorcloth produziert. 1899
wurde DLW von Nairn gegründet, aus
dem heute Armstrong-DLW geworden ist. Krommenie, aus dem sich das heutige Forbo
Werk entwickelte,
begann1899 ebenfalls die Produktion.
Die
Linoleum- Industrie zählte nie zu den großen Industriezweigen wie etwa die
Stahl- oder die Textilindustrie. Bis 1930
waren es knapp 50 Werke weltweit, die diesen Belag produzierten, die meisten in
England, Frankreich, Deutschland und USA.
Die Anzahl der Fabriken war nicht sehr groß, was man allerdings von der Vielzahl
der unterschiedlichen Linoleumprodukte nicht
behaupten konnte. Die Produktionstechnik war anfangs auf Uni-Beläge und
gestempelte Ware ausgerichtet.
Das änderte sich schnell, als man die Drucktechnik einsetzte. Dabei wurden
vielfarbige Granulate durch eine Reihe von
Stempeln und Pressen auf einem Juteträger befestigt, mit Hitze und Druck fügte
die Maschine das Granulat zusammen,
so dass ein gebrauchsfähiger Belag entstand.
Die
nächste Entwicklung war das 1895 eingeführte Inlaid - Linoleum wobei aus Bahnen
Stücke geschnitten wurden,
die man dann von Hand zu einem Muster fügte und durch Druck und Hitze auf dem
Juteträger befestigte.
Es wurden alle möglichen Muster ausprobiert, wobei die Jaspe, Granit und Moire
wohl die wichtigsten waren. Das
marmorierte Linoleum kam 1920 auf den Markt und ist eines der wenigen Muster,
das bis zum heutigen Tag überlebt hat.
Eine
Vielzahl an Mustern und Effekten hat sich danach noch entwickelt und auch in
Qualität und Stärke gab es Unterschiede.
Produziert wurden Stärken von 1,6 bis 8 mm, heute sind 2 mm bis 4mm üblich.
u Beginn des zweiten Weltkrieges war die Linoleum - Industrie am Markt etabliert
und hatte ein gutes Auskommen.
Im Jahre 1936 brachte die IG Farben im Werk Leuna den Synthetischen Kautschuk
auf den Markt. Buna war der Name für
dieses Kunstgummi, das in seinen technischen Eigenschaften dem Naturgummi sogar
noch überlegen war. Die grobe
Rezeptur für solche Beläge ist: Kautschuk, Ruß, Farbstoffe, Zinkoxid, Schwefel,
Stearinsäure, Beschleuniger,
Alterungsschutzmittel und sonstige Hilfsstoffe, für z.B. die fettresistente
Ausrüstung, die der Belag nicht von Natur aus besitzt.
Feltbase Beläge, auch bekannt als Stragula Beläge, die zwischen den beiden
Weltkriegen produziert wurden hatten weniger
Verbreitung. Es war das so genannte Linoleum der armen Leute. Hierbei handelte es
sich um bituminierte Wollfilz-Pappe
oder Bitumenpapiere, auf die eine Decorfolie oder PVC Paste aufkaschiert war
oder die mit einer Oberschicht aus einer
Kunststoff- Dispersions- Streichmasse abgedeckt und mit Lack beschichtet war.
PVC ist
einer der ältesten Kunststoffe. 1853 wurde PVC - eher zufällig - entdeckt.
Die Grundlagen für die Technische Produktion wurden um 1912 gelegt. Man
entwickelte Bodenbeläge aus
Mischpolymerisaten und weich gemachtem Polyvenylchlorid,
als Ersatz für die in Bezug auf die Rohstoffe schwierig zu beschaffenden,
aufwendig zu verarbeitenden, und nicht
widerverarbeitbaren Beläge wie Linoleum und Gummi. Seit dem Jahre 1938 wird PVC
in Industrieller Großproduktion gefertigt.
Die ersten Beläge wurden 5mm stark produziert, nachdem man sich jedoch von der
Langlebigkeit und Strapazierfähigkeit des
PVC überzeugt hatte genügte eine Stärke von nur 2mm.
Die Nachkriegsjahre trugen mit ihrer immensen Bautätigkeit dazu bei, dass der
relativ preisgünstige Belag aus PVC in großen
Mengen eingesetzt wurde.
Sonderformen wie z. B. Cushion Venyl (CV) Beläge , Chemisch oder mechanisch
geprägte Strukturschaumbeläge, PVC mit
Parkettoptik oder Steinstruktur entwickelten sich im Lauf der Jahre und
unterwarfen sich immer mehr der Mode und dem
aktuellen Geschmack der Verbraucher.
Als jüngste Entwicklung brachte Mipolam 1989 den ersten Polyolefinbelag als
Alternative zu dem umstrittenen PVC auf den
Markt. Dieser Belag besteht aus einer Mischung aus Polyäthylen und Polypropylen
unter Zugabe von synthetischem Kautschuk
und Pigmenten, mineralischen Zusatzstoffen und Antistatika ( Weichmacher ) auf
Alkoholbasis. Diese PVC - freien Beläge haben
bis heute die in sie gesetzten Erwartungen hinsichtlich problemloser
Verlegbarkeit und Gebrauchsnutzen nicht erfüllt, was
auch die verhältnismäßig geringe Absatzmenge von ca. 0,6 Millionen qm im Jahr
erklärt.
Es ist heute möglich für jeden beliebigen Einsatzzweck den passenden Bodenbelag
zu finden- vom angenehm warmen
Korkbelag für ein Kinderzimmer bis hin zu extrem kerbzähen und für jede Art der
Beanspruchung geeigneten Gummibelägen,
wie sie z.B. im Flughafen Frankfurt verwendet werden.
Insgesamt wurden im letzten Jahr in Deutschland 57,2 Millionen qm Elastische
Bodenbeläge wie PVC, Gummi, Linoleum
und Polyolefine verlegt. Die Tradition in der Belagherstellung prägt die Zukunft
für Ihre Bodenbeläge.
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